Eine kleine Nachlese zum 'Fest auf dem Kirchhof' 2012

Am 09.09.2012 haben das Stadtmuseum der Stadt Alfeld und die Kirchengemeinde St. Nicolai auf dem Kirchhof in Alfeld unter dem Motto 'Von Badern, Türmern und Lateinschülern' gemeinsam ein Fest veranstaltet. Den Organisatoren und vielen fleißigen Helfern ist an dieser Stelle ganz herzlich zu danken, sie haben dafür gesorgt, dass dieses Fest ein rundum gelungenes 'Event' werden konnte !

Unter leuchtend blauem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein haben sich an diesem Tag mehrere Hundert Besucher des Festes auf dem Kirchhof eingefunden. Das Interesse der Besucher war dabei nicht nur auf das umfangreiche Angebot an Speisen und Getränken gerichtet. Weil gleichzeitig auch der 'Tag des Offenen Denkmals' und das Jubiläum des '25. Entdeckertags der Region Hannover' im Kalender standen, haben viele - auch auswärtige - Besucher die Gelegenheit genutzt, das um den Kirchhof versammelte Ensemble geschichtsträchtiger Bauwerke genauer zu betrachten.

Die

und die

Alfelder ZeitungPDF-Dokument

haben ausführlich darüber berichtet.


Eine besondere Rolle hat dabei in diesem Jahr der unter den Häusern 'Am Kirchhof 1 - 3' gelegene Gewölbekeller der Ratsbadstube Alfeld gespielt, der für dieses Ereignis zum ersten Mal seit dem Beginn umfangreicher Sanierungsarbeiten seine Tür für die Besucher öffnen konnte.

Mehrere Hundert Besucher sind an dem Tag in den Gewölbekeller hinab gestiegen und ihr durch ungezählte Fragen und intensive Gespräche bekundetes Interesse an der Geschichte und den baulichen Aspekten des alten Tonnengewölbes war riesengroß.

Einige der Besucher haben aber auch eine ganz besondere Beziehung zu diesem Ort. So hat sich ein Besucher - glaubhaft und mit entsprechenden Dokumenten in der Hand - als ein Mitglied der Familie des Komponisten Louis SpohrWWW externer Link vorgestellt. Vorfahren dieses zu seiner Zeit sehr einflussreichen Komponisten, Dirigenten, Musikers und Musiklehrers haben als Bader und Chirurgen in der Ratsbadstube in Alfeld gelebt.

Ein anderer Besucher hat - offenbar aus eigener Erinnerung als Zeitzeuge - berichtet, dass bei der gewaltigen, unterirdischen Explosion des zur Munitionsfabrik umgebauten Kali-Schachts in Godenau im Jahre 1947 die Druckwelle auch Alfeld noch mit einer solchen Wucht erreicht haben soll, dass die drei auf dem Gewölbe der Ratsbadstube stehenden Häuser ein Stück weit von ihren Fundament gehoben worden sind. Die alten Fachwerkhäuser haben dieses Ereignis wohl weitgehend unbeschadet überstanden, aber das damals über der Treppe zum Keller vorhandene Sandsteingewölbe soll durch die enormen Belastungen eingestürzt sein. Das wäre eine plausible Erklärung für die Tatsache, dass über der Kellertreppe heute ein Backsteingewölbe steht.

Die am weitesten angereisten Besucher waren wohl zwei junge Frauen aus Brasilien, die - soweit ich das aus der in einer bunten Mischung von portugiesischer und englischer Sprache geführten Unterhaltung verstehen konnte - ganz begeistert waren von der Architektur der historischen Bauwerke und von den netten Leuten in Alfeld. Auch wenn die beiden sicher nicht in erster Linie wegen der Teilnahme an unserem Fest den weiten Weg von São Paulo nach Alfeld zurückgelegt hatten, könnte dieser Besuch doch als ein Zeichen der internationalen Bedeutung unserer Stadt und des historischen Kirchhofs bewertet werden ... oder nicht ?!

Im Gewölbekeller der Ratsbadstube ist jetzt wieder Ruhe eingekehrt, aber mit einem Blick zurück auf das schöne Fest und die vielen positiven Reaktionen der Besucher auf die Präsentation des Kirchhofs als einen geselligen Treffpunkt in der historischen Umgebung seiner Baudenkmäler kommt sofort der Wunsch auf, dass es nicht allzu lange so ruhig bleiben sollte.