16.02. bis 15.04.2012

Nach der Ausarbeitung des Betons ist der Lehmboden - die ursprüngliche Laufebene des Kellers - zugänglich geworden. Das bietet die Gelegenheit zu weiteren Grabungen, die in Eigeninitiative von einer der Eigentümerinnen an vielen verschiedenen, aus den Erfahrungen der archäologischen Sondierung vom November 2011 erfolgversprechend erscheinenden Stellen des Kellers durchgeführt werden.

Diese Ausgrabungen bringen eine erstaunliche Zahl von mehreren Hundert Fundstücken unterschiedlichster Art und Größe ans Tageslicht. Neben vielen Scherben und Knochen, die bisher nicht unmittelbar einem größeren Gegenstand zugeordnet werden können, ergibt die 'Ausbeute' die fast vollzähligen Scherben eines 'GrapenWWW externer Link' und eines großen Topfes aus 'Duinger SteinzeugWWW externer Link', größere Fragmente mehrerer irdener, bunt glasierter Teller und Schüsseln, eine Gewandspange mit Wappen, einen Läusekamm aus Bein (Knochen), Fragmente von Tabakspfeifen aus Ton, Fragmente mehrerer Ofenkacheln, mit schmückenden Metallfäden durchzogene Glasscherben und noch manche anderen 'Schätze', die bisher noch nicht gesichtet und eingeordnet werden konnten. Soweit einige der Fundstücke bisher datiert werden konnten, stammen sie aus der Zeitspanne von 1480 bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts.

Die Lage und Anordnung der Fundstücke im Boden und der Zustand der sie umgebenden Erdschichten lassen darauf schliessen, dass dort ursprünglich 'Weisse Erde' (Kalktuff) - wahrscheinlich als Baustoff - ausgehoben worden und vor dem Verfüllen der dabei entstandenen Gruben Müll darin entsorgt worden ist.
(Fotos werden noch eingestellt)

22.05. bis 26.05.2012

Der nach Abschluss der im November 2011 durchgeführten Sanierungsarbeiten verbliebene Rest an Bauschutt (Beton und Kies) wird in Eigenleistung der Eigentümer aus dem Gewölbekeller entsorgt. Noch einmal ca. 10 Tonnen belastendes Material verlassen eimerweise das Gewölbe.

Juli 2012

Die nach den am 29.08.2011 entstandenen Überlegungen (Ersatzlösung für die private Nutzung eines Teils des Gewölbes) begonnene Suche nach geeigneten Räumlichkeiten ist leider ergebnislos geblieben und bietet auch keine Aussicht auf Erfolg mehr.

Die Eigentümer beschließen daher, den westlich der Treppe gelegenen Teil (circa ein Sechstel der Gesamtfläche) des Kellers - wie ursprünglich vereinbart - für eigene Zwecke zu nutzen. Die Trennung dieses Teils vom Rest des Kellers soll dabei in einer Weise realisiert werden, die sich harmonisch in den historischen Rahmen des Bauwerks einfügt und den optischen Gesamteindruck des Gewölbes so wenig wie möglich stört.

25.08. bis 03.09.2012

Der Lehmboden des Gewölbes weist an vielen Stellen - insbesondere dort, wo sich die Fundamente der Einbauten befunden haben - erhebliche Unebenheiten und Höhenunterschiede auf. Die werden in Eigenleistung durch die Eigentümer so gut möglich mit dem vorhandenen Material ausgeglichen, eingeebnet und geglättet. Anschließend ist der Boden in einem noch provisorischen, aber ansehnlichen und gefahrlos begehbaren Zustand.

04.09.2012

Die größtenteils marode, nicht mehr betriebssichere alte Elektro-Installation wird komplett entfernt. Anschließend werden alle erforderlichen Kabel neu verlegt, neue Lampen und Steckdosen installiert und zusätzlich die gesamte Installation separat abgesichert. Damit ist der Gewölbekeller jetzt in der für eine öffentliche Nutzung erforderlichen Weise beleuchtet und mit elektrischer Energie aus Steckdosen versorgt.

09.09.2012

Pünktlich zum 'Fest auf dem Kirchhof', das heute zusammen mit dem 'Tag des offenen Denkmals' und dem '25. Entdeckertag der Region Hannover' gefeiert wird, ist der Gewölbekeller zum ersten Mal mit seinem 'neuen Gesicht' für die Öffentlichkeit zugänglich.

30.09.2012

Der im Juli 2012 zwischen den Eigentümern vereinbarten Abtrennung eines für die eigene Nutzung vorbehaltenen Teils des Gewölbes auf eine 'schonende' Weise steht jetzt nichts mehr im Wege. Die dafür benötigte 'Wand' wurde geliefert. Der Einbau muss allerdings noch warten, bis die nach dem Einsatz der Fachfirma im November 2011 verbliebenen Restarbeiten fertiggestellt sind.

20.10.2012

Nachdem absehbar war, dass die Durchführung der noch ausstehenden Restarbeiten am Sandsteingewölbe sich weiter verzögern wird, haben die Eigentümer die Aufteilung in den für die öffentliche und den für die eigene Nutzung vorgesehenen Teil des Gewölbes in Eigenleistung jetzt schon realisiert. Das dafür verwendete

fügt sich harmonisch in das 'Ambiente' des Gewölbes ein und übertrifft in der Gesamtwirkung in positiver Weise die Erwartungen.

09.11.2012

Der ursprünglich für den Sommer 2012 geplante und danach bereits auf den Herbst 2012 verschobene Abschluss der noch verbliebenen Restarbeiten durch die Fachfirma verzögert sich aus organisatorischen Gründen weiterhin. Mit dem Abschluss der Arbeiten - von dem auch weitere, nachfolgende Arbeitsschritte abhängen - ist jetzt nicht vor Ende März 2013 zu rechnen.

Damit hat diese Chronologie ihr vorläufiges Ende erreicht. Es bleiben aber noch so viele Wünsche und Vorhaben für die Gestaltung und Nutzung des alten Gewölbekellers zu erfüllen und zu realisieren, dass es sicher noch viele Gelegenheiten und Anlässe geben wird, diese Aufzeichnungen fortzuschreiben.


Anmerkungen aus persönlicher Sicht des Verfassers:

Es war und ist mir ein wichtiges Anliegen, die aus der ursprünglichen Idee für 'unseren' Gewölbekeller resultierenden Ereignisse, Aktivitäten und Folgen in chronologischer Reihenfolge möglichst vollständig, sachlich und nachvollziehbar zu erfassen und zu beschreiben. Beim Erstellen dieser Chronologie ist mir mit fast erschreckender Deutlichkeit bewusst geworden, wie schnell viele 'Dinge' im Gedächtnis verblassen, sich verändern, teilweise oder vollständig einfach vergessen werden und wie schwierig es sein kann, nach nur wenigen Wochen oder Monaten zeitliche Abfolgen und Zusammenhänge richtig und vollständig zu erinnern.

Weil ich nicht weiß, wer von den vielen beteiligten Personen damit einverstanden wäre oder es vielleicht auch nicht gern sähe, hier namentlich genannt zu werden, habe ich bewusst darauf verzichtet, Namen zu erwähnen und an den betreffenden Stellen sehr allgemein formuliert. Und obwohl ich eigentlich das Bedürfnis habe und auch viel Anlass besteht, denen persönlich zu danken, die mit Rat und Tat und persönlichem Einsatz oder - als Sponsoren - durch großzügige Unterstützung unseres Vorhabens die Realisierung bis zu diesem Punkt erst möglich gemacht haben, werde ich - und das gilt sicher für alle Eigentümer - andere Gelegenheiten suchen, den Dank auszusprechen.

Auch mit dieser Chronologie wird für einen Außenstehenden nur schwer vorstellbar sein, wie viele 'Puzzle-Steine' zusammengefügt und wie viele auf den ersten Blick fast belanglos erscheinende Probleme gelöst, wie viele Gespräche geführt und eMails geschrieben werden müssen, damit alle Beteiligten die auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel zurückzulegenden Schritte in sinnvoller Reihenfolge und gleichzeitig gehen können, ohne dabei zu stolpern und ohne die Richtung zu verlieren.

Es ist auch kaum zu glauben, wie viele volle Schaufeln anzuheben und zu schwingen sind, um einen großen Haufen Kies mit reichlich Betonbrocken in Eimer zu füllen, nicht zu reden von den Blasen an den Händen, die den Umgang mit einem Schaufelstiel nicht gewöhnt sind. Und wer es nicht selbst versucht hat, wird nicht wissen können, wie schwer der letzte Eimer von etlichen Tonnen Bauschutt sein kann, wenn man ihn - wie alle anderen vollen Eimer vorher - eine hohe Treppe hinaufschleppen, 40 Meter zu einem Container tragen und dort ausleeren muss.

Wenn man dann - und damit komme ich zum Schluss meiner Anmerkungen - erfährt, dass einige Zeitgenossen ein solches Projekt mit Neid oder sogar Ablehnung betrachten und kommentieren, weil sie - ohne den Sachverhalt auch nur zu kennen, geschweige denn ihn zu verstehen - davon ausgehen, dass man sich als Eigentümer eines Baudenkmals an staatlichen Zuwendungen bereichert oder den Einsatz von Arbeitskraft und Sachmitteln aus der 'öffentlichen Hand' in dem Zusammenhang für rein private Zwecke ('weil es ja ein Bauwerk in privatem Eigentum ist !') und somit zum persönlichen Vorteil in Anspruch nimmt, kann man wohl angesichts solcher Ignoranz nur noch den Kopf schütteln.

Diesen Personen möchte ich vorschlagen, es selbst einmal auf die gleiche Weise zu versuchen. Wie es geht, lässt sich ja hier nachlesen. Sehr wahrscheinlich werden sie dann erstaunt feststellen, dass die Kosten höher sind, als die Zuwendungen und dass ohne die Annahme angebotener Hilfe manche Aufgaben gar nicht lösbar wären. Vielleicht werden sie dann erkennen, dass Geld zwar unverzichtbar und 'persönliche Vorteile' zwar nicht unangenehm, aber nicht in jedem Fall wirklich wichtig sind.

Viel besser ist doch - trotz aller Mühen und Hindernisse auf dem Weg dahin - die Erfahrung zu machen, dass ein gemeinsames Ziel erreichbar ist, wenn alle es wirklich wollen und etwas dafür tun. Um so besser, wenn das positive Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen auch noch zu einem erheblichen Teil der Allgemeinheit zu Gute kommt ...
denn  'Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es.'  (Erich Kästner)

Klaus Tilg 07.09.2012


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